zu Besuch: im Maxwell, Berlin-Mitte

Restaurant Maxwell

Das Maxwell liegt etwas versteckt in Berlin-Mitte, zwischen der Tor- und der Invalidenstraße, und ist einem imposanten Backsteinbau beheimatet. Früher befand sich hier die kleine Josty-Brauerei, seit 1995 ist es ein Ort für gehobene Küche. Im Sommer lässt sich wunderbar geschützt im schönen Innenhof des Restaurants speisen, ansonsten finden sich im zweistöckigen Restaurant reichlich Plätze und auch ein Separee.

Nach sieben Jahren war ich kürzlich mal wieder im Maxwell essen. Getan hat sich seitdem wenig und das musste es auch nicht, denn das Essen war damals sehr gut und das Restaurant lebt sehr stark von dem Gebäude, in dem es sich befindet. Und das ist auch weiterhin sehr imposant. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass noch ein paar Tische hinzu gekommen sind, so dass die Anordnung doch sehr eng ist – man rückt dem Nachbarn ganz schön auf die Pelle. Was mir noch relativ schnell auffiel: das Personal legt eine gewisse (und in Berlin ja nicht gerade unbekannte) Arroganz an den Tag, welche absolut nicht nötig ist. Man ist aber trotzdem aufmerksam und freundlich.

Zum Essen: als Vorspeise hatte ich Büffelfrischkäse mit Tomaten-Basilikumbaiser, Feigen-Avocadosalat und Maronen in Balsamicoreduktion zu 9 Euro. Eine riesige Portion, die sehr schön arrangiert wurde. Alles auch geschmacklich hervorragend, einzig das Tomaten-Basilikumbaiser fand ich etwas trocken und es klebte an den Zähnen. Als Vorspeise eigentlich schon fast zu viel, da war nur noch wenig Platz für den Hauptgang. Bei selbigem hatte ich mich für eine Wildfang Dorade mit Meeresfrüchten im Garnelenblatt, dazu Safranschaum, Poverade und Lauchrisotto entscheiden. Kostenpunkt: 23 Euro. Wiederum sehr schön angerichtet auf einem großen, länglichen Teller. Die Dorade war hervorragend, das Risotto schön bissfest. Die Meeresfrüchte schmackhaft, ebenso der Safranschaum. Von der Menge her stimmte es hier perfekt. Alles in allem ein wirklich ausgezeichnetes Essen, preislich angemessen. Der Wein, ein 2007er Réserve Mouton Cadet Blanc Graves AOC, war mir persönlich etwas zu schwer zum Fisch.

Etwas negativ fiel mir auch zum Essen das Personal auf: manchmal einen Tick zu unaufmerksam, es fielen erstaunlich viele Gabeln herunter, teilweise etwas hektisch. Für ein Restaurant mit diesem Anspruch war das nur genügend. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. So bleibt der Gesamteindruck: tolles Haus, sehr gutes Essen, mittelmässiges Personal und zu eng gestellte Tisch. Kann man aber trotzdem machen.

Maxwell Gaststätten GmbH, Bergstrasse 22 , 10115 Berlin
Tel.: +49 (0)30/280 71 21, http://www.mxwl.de/
Täglich geöffnet ab 18:00 Uhr, Küche bis 23:30 Uhr

Über Björn

Björn ist in einem Feinkostladen in Hamburg aufgewachsen. Sein Opa hat einen der ersten Selbstbedienungssupermärkte in Deutschland gegründet. Sein Vater ist Schlachtermeister. Seine Mutter hatte den kompletten Feinkostladen im Griff. Mit 13 verkaufte Björn grüne Bananen als 'frisch aus Irland - eine Rarität'. Mit 15 fand er kochen doof, mit 23 konnte er Nudeln mit mehr als Tomatensauce zubereiten. Seitdem wird es beständig besser.

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