Ein Besuch in der Berlin School of Coffee

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen und auch ich trinke jeden Tag mehrere Tassen davon. Doch ehrlich gesagt hatte ich bisher relativ wenig Ahnung von Kaffee. Das wollte ich ändern und so habe ich den Coffee@Home-Kurs der Berlin School of Coffee besucht. Der richtet sich explizit an Laien, dauert drei Stunden und setzt sich zum Ziel sowohl Grundwissen als auch praktische Tipps zur guten Zuebreitung zu vermitteln.

Zu sechst haben wir dieses Seminar besucht, welches 59 Euro kostet, und in einer umgebauten Altbauwohnung unweit des Kurfürstendamms stattfand. Geleitet wurde der Kurs von Yaw, einem gebürtigen Ghanaer, der sich seit rund 10 Jahren professionell mit Kaffee beschäftigt. Die ersten 30 Minuten bestanden hauptsächlich aus Theorie: woher stammt Kaffee, was für Gattungen und Sorten gibt es, wie wird geröstet und worin unterscheiden sich die Bohnen? Alles sehr kompakt und mir manchmal etwas zu wenig in die Tiefe gehend. So habe ich zwar erfahren, dass Arabica-Bohnen eher länglich und mit einem S-förmigen Einschnitt versehen sind (im Gegensatz zu den runden und grad eingeschnittenen Robusta-Bohnen), aber nicht warum eigentlich nur diese beiden Sorten weltweit kultiviert wurden.

Dennoch machte der Theorie-Teil Lust auf Kaffee. Und den sollten wir dann auch ausgiebig testen und zwar in Form eines Blindtests. Drei verschiedene Sorten bekamen wir ‘blind’ zum ausführlichen Testen: Riechen, schmecken, trinken stand auf dem Programm und wir alle stellten fest wie schwierig es ist den Geschmack von Kaffee zu beschreiben. War das Aroma eher mild oder kräftig. Hatte der Kaffee eine Geschmacksnote von nussig, erdig oder süßlich? Wir haben viele Vokabeln gelernt und uns zudem ausgiebig mit unseren Geschmacksnerven auseinandergesetzt. Außerdem lernten wir dabei noch ganz unterschiedliche Arten der Kaffeezubereitung kennen. Wir wissen jetzt nicht nur, dass ca. 10 Gramm Kaffeepulver in 200ml Wasser aufgelöst werden sollten, sondern auch, dass eine Karlsbader Kanne ausgezeichnet milden und schonenden Kaffee produziert.

Nach dem ausgiebigen Testen gab es dann auch die Auflösung: der Mexiko Maragogype war für mich der schwächste Kaffee – mild, flach und leicht erdig im Geschmack. Besser war da schon die Perlbohne aus Kenia, der etwas kräftiger war, aber auch mehr Säure enthielt. Mein Lieblingskaffee aus der Testreihe ist der Kalossi von der indonesischen Insel Sulawesi, der mit einem vollmundigen, kräftigen Geschmack absolut überzeugen konnte.

Zum Abschluss servierte uns dann Yaw ausgewählte Kaffeespezialitäten, zubereitet an den riesigen Siebdruckmaschinen. Ich bekam einen vorzüglichen Americano, während sich andere zB an einem Flat White oder einem Cappuccino versuchten. Alles sehr lecker – und dann war die Zeit auch schon um. Fazit: wer Lust hat etwas mehr über Kaffee zu erfahren und auch bereit ist in Zukunft ein paar Euros mehr für die Bohnen und ggf. für eine Maschine auszugeben, für den lohnt sich dieser Kurs. Wer sich mehr über Herkunft und Anbaumethoden informieren will, der kommt zu kurz. Und wer Barista werden möchte, muss einen anderen Kurs aus dem umfangreichen Programm der Berlin School of Coffee auswählen. Viel Spaß!

Berlin Schoof of Coffee
Uhlandstr. 171/172 , 10719 Berlin
Tel: 030-325 14 620, Webseite: http://berlinschoolofcoffee.de

Über Björn

Björn ist in einem Feinkostladen in Hamburg aufgewachsen. Sein Opa hat einen der ersten Selbstbedienungssupermärkte in Deutschland gegründet. Sein Vater ist Schlachtermeister. Seine Mutter hatte den kompletten Feinkostladen im Griff. Mit 13 verkaufte Björn grüne Bananen als 'frisch aus Irland - eine Rarität'. Mit 15 fand er kochen doof, mit 23 konnte er Nudeln mit mehr als Tomatensauce zubereiten. Seitdem wird es beständig besser.

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